Erdwärmetauscher

Sommerfall

Um eine Überhitzung der Wohnräume im Sommer von über 25°C zu vermeiden, wird der Einsatz einer Verschattung und eines Erdreichwärmetauschers (EWT) in Verbindung mit Lüftungsanlagen empfohlen. Über 1m2 Fensterglas (südwest- oder südostseitig) können ohne Verschattung bis zu 500 W Energieertrag ins Gebäude gelangen. Die dadurch entstehende Überhitzung kann bis in die Morgenstunden anhalten. Mit einer gut geplanten Lüftungsanlage in Verbindung mit einem Erdwärmetauscher kann die Raumtemperatur im Gegensatz zur Fensterlüftung auch bei ungünstigen Außenbedingungen (z.B. Gewitter, Lärm, Feinstaub, Pollenflug) auf unter 25°C reduziert werden.

Winterfall

Je größer der Wirkungsgrad Ihres Lüftungsgerätes ist (Fläche des Wärmetauschers), desto mehr Kondensat fällt im Winter fortluftseitig im Lüftungsgerät an. Der Wärmetauscher darf im Winter nicht vereisen, da so Druckdifferenzen entstehen können und der Wärmetauscher im schlimmsten Fall sogar zerstört werden kann. Ein Einfrieren muss also unbedingt verhindert werden.

Unabhängig von Ihrer Entscheidung, welche Lösung Sie wählen, ist eine sorgfältige Planung erforderlich.

Die verschiedenen Möglichkeiten sind nachstehend aufgeführt.

 

● Sole-Erd-Wärmetauscher (SEWT)

Die Außenluft wird durch einen geeigneten Sole-Erd-Wärmetauscher (SEWT) zum Lüftungsgerät geführt. Der SEWT ist mit einer PE-/ PE-Xa-Leitung verbunden (32 x 2,9mm, 100m Länge bei 200m³), welche in einer Tiefe von 1,5m bis 3m im Erdreich verlegt wird. Mit dem Wärmetauscher wird die Außenluft im Winter von -15°C auf ca. +2°C erwärmt. Im Sommer wird die Außenlufttemperatur im Sole-Erd-Wärmetauscher um ca. 15°C reduziert.

Sole-Erdwärmetauscher SLD 301

Sole-Erdwärmetauscher
SLD 301

Sole-Erdwärmetauscher SLD 302

Sole-Erdwärmetauscher
SLD 302

● Luft-Erd-Wärmetauscher (LEWT)

Die Außenluft wird durch ein geeignetes PP-Rohr (Durchmesser 200mm, ca. 40m lang, in 1,5m bis 2m Tiefe mit ausreichend Gefälle verlegt) zum Lüftungsgerät geführt. Dabei erwärmt sich die Außenluft im Winter von -15°C auf +2°C. Im Sommer wird die Außenluft um ca. 15°C abgesenkt. Die Entwässerung muss bei der Planung berücksichtigt werden. Der LEWT sollte für eine Wartung gemäß VDI 6022 eine zugängliche schwitzwasserisolierte Revisionsöffnung innerhalb der thermischen Hülle haben. Hierfür passt ideal unser Sondermodell Inno-Kür.

 

Kondensatablauf Inno-Kür Schema

Kondensatablauf Inno-Kür Schema

 

● Elektrische Defrosterheizung

Eine elektrische Defrosterheizung (mit Vorfilter, in schwitzwasserisoliertem Gehäuse, modulierender Steuerung) erwärmt die Außenluft bei Frost. Nachteil: Es entstehen zusätzliche Energiekosten und die Außenluft wird im Sommer nicht gekühlt.

 Download: iso-Defrosterheizung Technische Daten 211.9 KiB
 Download: iso-Defrosterheizung Ausschreibungstext 96.2 KiB

Nicht empfohlene Varianten:

  • Luft-Luft Wärmetauscher mit Feuchterückgewinnung und Rotations-Wärmetauscher

Einfriergefahr ab ca. -10°C. Weiterer Nachteil ist, dass die Zulufttemperatur im Kernwinter unter den Behaglichkeitsbereich sinkt und dadurch eine Luftnacherwärmung erforderlich wird. Ohne Luftnacherwärmung entsteht durch die Temperaturdifferenz ein unangenehmes Zuggefühl. Des Weiteren werden beim Rotationswärmetauscher die Gerüche (z.B. Küche) aus der Abluft trotz Spülkammern der Frischluft wieder zugeführt. Die Außenluft wird im Sommer nicht gekühlt.

  • Absenkung des Außenluft-Volumenstromes

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (< 0°C) wird der Außenluft-Volumenstrom im Lüftungsgerät abgesenkt. Die Außenluft erhält hierdurch aus der Abluft mehr Energie, wodurch ein Einfrieren des Kondensats im Wärmetauscher verhindert wird. Es entsteht ein Unterdruck im Gebäude (nach DIN 1946/6 sind ausgeglichene Volumenströme gefordert) und die Außenluft wird im Sommer nicht gekühlt.

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