Radon, die Gefahr im Haus
Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas, das aus dem Zerfall von Radium-226 in der Erde entsteht. Dieses ist wiederum ist ein Zwischenprodukt in der Zerfallsreihe von Uran-238, das natürlicherweise im Gestein und Boden vorkommt. Es ist farb- und geruchlos und kann in Gebäuden, insbesondere in Kellern und Erdgeschossen, hohe Konzentrationen erreichen. Das Edelgas ist schwerer als Luft, wodurch sich eine hohe Konzentration direkt über dem Erdboden sammelt. Eine effektive Lüftungsanlage kann helfen, Radon-Konzentrationen in Innenräumen zu reduzieren und somit die Gesundheit der Bewohner zu schützen. Die Installation solcher Systeme ist eine sinnvolle Maßnahme zur Prävention.
Was macht Radon so gefährlich
In der Umwelt ist Radon meist in geringen Konzentrationen vorhanden und stellt keine Gefahr dar. Problematisch wird es jedoch im Haus, in geschlossenen Räumen, wo es sich akkumulieren kann. Langfristige Exposition gegenüber Radon kann das Risiko von Lungenkrebs erhöhen. Besonders in Gebieten mit hoher geologischer Uran-Konzentration ist die Überwachung der Radonwerte wichtig. Tatsächlich gilt Radon nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
Gefährlich sind vor allem die Folgeprodukte von Radon. Das Edelgas zerfällt in weitere, ebenfalls radioaktive Stoffe. Diese heften sich an winzige Partikel in der Luft und werden eingeatmet. Beim Zerfall der kurzlebigen Folgestoffe wird das Lungengewebe bestrahlt. Nach Tabakrauch ist Radon die größte Ursache für Lungenkrebs – mit 1900 Todesfällen pro Jahr.
Je höher die Konzentration von Radon in der Raumluft und je länger die Aufenthaltsdauer in diesen Räumen, desto größer ist das Krebsrisiko. Betroffen sind vor allem Raucher, ihr ohnehin hohes Lungenkrebsrisiko steigt stark an. Das BfS nennt einen Zielwert von 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Ab 2019 gilt eine Grenzwert von 300 Bq/m3., so müssen an Arbeitsplätzen Maßnahmen zur Verringerung der Radonbelastung ergriffen werdenm, wenn der Grenzwert überschritten wird.[Quelle: "Radonbelastung: So schützen Sie sich", unter: https://www.test.de/Radonbelastung-So-schuetzen-Sie-sich-4260506-4260511/ (abgerufen am 07.05.2018)]
Die Konzentration von Radon in einem Gebäude hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die geologische Beschaffenheit des Untergrundes, die Bauweise des Gebäudes und die Belüftung. Um das Risiko zu minimieren, ist es wichtig, Radonwerte zu überwachen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration zu ergreifen. Dazu gehört insbesondere die Installation von Lüftungsanlagen, die das Radon effektiv aus dem Gebäude ableiten können.
Gesetzliche Vorgaben und Empfehlungen
In Deutschland gibt es klare gesetzliche Vorgaben und Empfehlungen zur Radonbelastung in Innenräumen, die maßgeblich durch die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) geregelt werden. Seit 2019 legt diese Verordnung einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft fest. Überschreitet die Radonkonzentration diesen Wert, sind Maßnahmen zur Reduzierung erforderlich. Besonders in Radonvorsorgegebieten, die von den jeweiligen Bundesländern ausgewiesen werden, ist die Einhaltung dieser Werte von Bedeutung. Hauseigentümer und Bauherren sind dazu angehalten, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Radonbelastung zu minimieren, wobei Lüftungsanlagen eine effektive Lösung darstellen können.
Neben den gesetzlichen Vorgaben gibt es auch Empfehlungen von Organisationen wie dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Diese raten dazu, regelmäßig Messungen durchzuführen und gegebenenfalls bauliche Anpassungen vorzunehmen, um die Radonwerte zu senken.
Fördermittel für Maßnahmen zur Radonreduktion, wie die Installation von Lüftungsanlagen, sind ebenfalls verfügbar. Verschiedene Programme, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, bieten finanzielle Unterstützung für Privatpersonen und Unternehmen, die ihre Gebäude radonsicher machen möchten. Interessierte sollten sich bei den zuständigen Landesbehörden oder über das KfW-Programm informieren, um mehr über mögliche Förderungen zu erfahren.
Erkennen, ob ich in einem Radongebiet wohne
Ob Sie in einem Risikogebiet für Radon wohnen, können Sie durch folgende Schritte erkennen:
- Öffentliche Radon-Karten: Viele Länder und Regionen stellen Karten zur Verfügung, die Radonrisikogebiete anzeigen. Diese Karten bieten eine Übersicht über geologische Gegebenheiten und Radonpotenziale.
- Bodenbeschaffenheit: Informieren Sie sich über die geologische Beschaffenheit Ihres Wohnorts. Gebiete mit hohem Urangehalt haben ein höheres Risiko für Radonansammlungen.
- Nachbarn und lokale Berichte: Sprechen Sie mit Nachbarn oder lokalen Behörden, um Informationen über Radonmessungen in Ihrer Umgebung zu erhalten.
- Radonmessungen: Führen Sie selbst Radonmessungen in Ihrem Zuhause durch. Testkits sind online oder in Baumärkten erhältlich und ermöglichen eine genaue Bestimmung der Radonwerte in Ihrem Wohnraum.
Durch diese Schritte können Sie feststellen, ob Sie in einem Radonrisikogebiet wohnen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen.
Vorbeugung gegen Radonansammlungen
Um die Gesundheit der Bewohner zu schützen und das Risiko einer Erkrankung zu minimieren, sind effektive Maßnahmen zur Radonüberwachung und -reduzierung unerlässlich.
- Radon-Messungen: Regelmäßige Messungen der Radonwerte helfen, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
- Regelmäßiges Lüften: Durch regelmäßiges Stoßlüften kann die Konzentration von Radon in Innenräumen deutlich reduziert werden. Es ist besonders wichtig, Keller und Erdgeschossräume gut zu durchlüften.
- Installation einer Lüftungsanlage: reicht das normale Lüften nicht aus, ist es sinnvoll über eine Lüftungsanlage nachzudenken. Der kontinuierliche Luftaustausch reduziert die Radonkonzentration effektiv.
- Dichtungsmaßnahmen: Abdichten von Rissen im Mauerwerk und Bodenplatten verhindert das Eindringen von Radon aus dem Erdreich in das Gebäude.
- Bodendrainage: Eine Drainage unterhalb der Bodenplatte kann das Radonniveau senken, indem der Luftdruck unter dem Gebäude reduziert wird.
- Bauliche Maßnahmen bei Neubauten: Bei Neubauten sollten radonsichere Konstruktionen und Materialien verwendet werden, um das Eindringen von Radon zu minimieren.
Eine Lösung - Lufttechnische Maßnahmen gegen Radon:
Eine Lüftung spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Radonkonzentrationen in Innenräumen.
Der Hauptzweck einer Lüftungsanlage besteht darin, die Belastung durch Radon zu minimieren, indem sie kontinuierlich Frischluft in das Gebäude einführt und belastete Luft nach außen abführt. Dies geschieht oft durch ein System von Ventilatoren und Luftkanälen, das den Luftaustausch reguliert. Moderne Systeme können über Sensoren die Radonkonzentration überwachen und die Lüftungsrate entsprechend anpassen.
Es gibt verschiedene Arten, darunter zentrale Lüftungssysteme und dezentrale Lösungen, die sich insbesondere für den nachträglichen Einbau in bestehenden Gebäuden eignen. Bei der Planung einer Lüftungsanlage zur Radonreduktion ist es wichtig, die spezifischen Gegebenheiten des Gebäudes zu berücksichtigen. Gern unterstützen wir Sie, um eine passende Lösung zu finden.
Worauf muss ich bei der Lüftungsanlage achten?
Bei der Auswahl der passenden Lüftungsanlage für Ihr Bauvorhaben (BV) sollten Sie einige wichtige Aspekte berücksichtigen, um eine effektive Lösung zu finden. Grundsätzlich stehen Ihnen zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen mit und ohne Wärmerückgewinnung zur Verfügung. Durch den geforderten Luftwechsel fallen aber einige dezentrale Lüftungen vorher aus der Wahl.
- je höher die Radonkonzentration in den Räumen ist, umso größer muss der Luftwechsel sein
- Ansaugung der Außenluft muss einen Meter über Boden erfolgen, um zu verhindern, dass bodennahe Gase über die Lüftungsanlage ins Haus gelangen
Zentrale Anlagen eignen sich ideal für Neubauten oder umfassende Renovierungen, da sie ein System von Kanälen erfordern, das durch das gesamte Gebäude verläuft. Diese Anlagen bieten in der Regel eine höhere Effizienz bei der Belüftung und ermöglichen eine gleichmäßige Frischluftzufuhr. Zudem können viele zentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung ausgestattet werden, wodurch die Wärme der Abluft genutzt wird, um die Frischluft vorzuwärmen. Dies spart Heizkosten und ist umweltfreundlich.
Dezentrale Lösungen hingegen sind einfacher zu installieren und besonders für bestehende Gebäude geeignet, bei denen eine nachträgliche Installation von Kanälen schwierig ist. Diese Systeme arbeiten meist raumweise und können ebenfalls mit Wärmerückgewinnung ausgestattet sein. Sie bieten Flexibilität, da sie individuell in den am meisten betroffenen Räumen eingesetzt werden können.
Welche Anlage wird empfohlen?
Unabhängig von der Wahl zwischen zentral und dezentral ist es wichtig, dass die Anlage auf die spezifische Radonbelastung und die baulichen Gegebenheiten Ihres Gebäudes abgestimmt ist. Je nach Größe und Nutzung (Wohnräume, Keller oder Arbeitsplätze) eignen sich zentrale oder dezentrale Lüftungsgeräte für Ihr Bauvorhaben. Lassen Sie sich daher von uns vorher beraten, um die optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Empfohlene Produkte
Kellerlüftung mit einer Klimasteuerung
Radon, welches sich im Keller anreichert, kann mittels geöffnetem Fenster nach draußen entweichen. Das BMU schreibt „Durch Querlüften gelangt radonbelastete Luft schneller ins Freie. Da Radon im untersten Geschoss (Keller) ins Gebäude eintritt, ist in erster Linie der Keller zu lüften. Durch das mechanische Querlüften im Keller gelangt radonbelastete Luft schneller ins Freie. Durch den erzeugten leichten Überdruck im Keller wird das Eindringen von Radon in den Keller erschwert.“
Mit einer Klimasteuerung haben Sie die Möglichkeit einer Radonschutzlüftung zur automatischen Belüftung von Kellern und Wohnräumen. Diese in Verbindung mit Lüftern (Größe abh. von Raum/Kellervolumen) erhalten Sie die vom BMU empfohlene Querlüftung, um das Radongas schnell aus dem Keller zu entfernen.
Dezentrale Lüftungsgeräte
Brink Air 70

Freshbox Blauberg

Roos R-Tube

inVENTer X Flow

Bei diesen Lüftungsgeräten muss zwingend die Einbausituation vorab geprüft werden. Denn die Ansaugung der Außenluft muss mindestens einen Meter über den Boden erfolgen.
Zentrale Lüftung zum Radonschutz im Keller
Ab einer bestimmten Größe und einer hohen Radonbelastung kommt nur eine zentrale Lüftungsanlage infrage. Dabei ist die Planung und Vorbereitung ein entscheidender Schritt, um die Effektivität zu gewährleisten. Zunächst sollte eine gründliche Analyse der aktuellen Radonwerte im Gebäude durchgeführt werden.
Leitungswege und Aufstellungsort des Lüftungsgerätes sollten vor Beginn sorgfältig gewählt werden. Zudem ist die Berücksichtigung baulicher Gegebenheiten und eventueller technischer Einschränkungen wichtig.
FAQs zum Thema Radon
Im Folgenden finden Sie häufig gestellte Fragen zum Thema Radon und wie eine Lüftung zur Sicherheit beitragen können:
Maßnahmen gegen erhöhte Radonwerte im Haus - Was sollte man unternehmen?
Um Radon im Haus zu reduzieren, sollte man regelmäßige Messungen durchführen und bei Bedarf bauliche Maßnahmen wie Abdichten von Rissen und Installation einer Lüftung ergreifen. Regelmäßiges Stoßlüften, besonders in Kellern, ist wichtig. Fördermittel können zur Unterstützung dieser Maßnahmen genutzt werden.
Wie kann man selbst überprüfen, ob die Radonwerte in einem Gebäude kritisch sind?
Um die Radonwerte in einem Gebäude selbst zu überprüfen, können Sie Radonmessungen durchführen. Messgeräte sind online oder in Baumärkten erhältlich und ermöglichen eine genaue Bestimmung der Radonwerte in Ihrem Wohnraum.
Welche Rolle spielt die Belüftung bei der Reduktion von Radon?
Die Belüftung spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduktion von Radonkonzentrationen in Innenräumen. Durch kontinuierlichen Luftaustausch wird belastete Luft nach außen abgeführt und Frischluft eingeführt, was die Radonwerte deutlich senken kann. Lüftungsanlagen sind besonders effektiv, da sie den Luftaustausch regulieren und anpassen können
Gibt es spezielle gesetzliche Anforderungen für den Radonschutz am Arbeitsplatz?
Ja, es gibt spezielle gesetzliche Anforderungen für den Radonschutz am Arbeitsplatz in Deutschland. Die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) legt einen Grenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft fest. Wenn dieser Grenzwert überschritten wird, sind Maßnahmen zur Verringerung der Radonbelastung erforderlich. Besonders in Radonvorsorgegebieten ist die Einhaltung dieser Werte von Bedeutung, und Arbeitgeber sind verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Radonbelastung zu minimieren.
Zusammenfassung
- Radioaktives Gas: Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das aus dem Zerfall von Uran im Boden entsteht und in die Gebäude eindringen kann.
- Lungenkrebsrisiko: Radon gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Langfristige Exposition kann das Risiko erheblich erhöhen.
- Unsichtbare Gefahr: Da Radon farb- und geruchlos ist, bleibt es oft unbemerkt und stellt ein unsichtbares Gesundheitsrisiko dar.
- Kombination mit Rauchen: Das Risiko für Lungenkrebs ist bei Rauchern, die zusätzlich Radon ausgesetzt sind, deutlich höher als bei Nichtrauchern.
- Regionale Unterschiede: Bestimmte Regionen sind stärker von Radon betroffen, abhängig von der geologischen Zusammensetzung des Bodens.
- Symptomlose Exposition: Eine hohe Radonbelastung führt nicht sofort zu Symptomen, was die Gefahr einer unentdeckten Langzeitbelastung erhöht.
- Kinder und Radon: Kinder können empfindlicher auf Radon reagieren, da ihre Lungen sich noch in der Entwicklung befinden.
- Präventive Maßnahmen: Regelmäßige Messungen und der Einsatz von Lüftungsanlagen können helfen, die Radonkonzentration in Innenräumen zu senken.
- Gesundheitsschutz durch Information: Aufklärung über die Risiken und die Möglichkeiten der Radonmessung sind entscheidend für den Gesundheitsschutz.
















